FAQ Wärmedämmung

FAQ Wärmedämmung

5 Mythen über Wärmedämm-Verbundsysteme

Dass jedes neugebaute Massivhaus energiesparend und möglichst umweltverträglich gebaut ist, sollte für jeden Hausanbieter eine Selbstverständlichkeit sein. Doch um besonders große Energieeinsparpotentiale zu haben, ist eine zusätzliche Dämmung der Fassade notwendig. In Diskussionen über das Pro und Contra von Wärmedämm-Verbundsystemen tauchen leider immer wieder dieselben Mythen auf, die unerfahrene Bauherren unnötig verunsichern.

Mythos 1: Bei gedämmten Häusern ist das Schimmelrisiko größer!

FAQ Wärmedämmung Town & Country

Es wird immer wieder gerne behauptet, dass eine gedämmte Wand mehr zu Schimmel neigt als eine ungedämmte. Als Grund wird genannt, dass ein Energiesparhaus durch die Dämmplatten so sehr abgedichtet ist, dass der Austausch von Feuchtigkeit und Luft nicht mehr stattfinden kann.

Es ist richtig, dass die Ursache für Schimmel im Haus vor allem Feuchtigkeit ist. Feuchtigkeit bildet sich an Wänden dann, wenn der Temperaturunterschied zwischen Außenwand und Innenwand zu groß ist und nicht weil keine Austauschprozesse mehr stattfinden können.

Beispiel:

Im Zimmer herrschen 20 Grad Raumtemperatur, draußen sind es kühle -10 Grad. Trifft jetzt die warme Luft aus dem Zimmer auf die Außenwand, kühlt sich diese Luft auf ca. 14,4 Grad ab. Je größer die Abkühlung, desto weniger Wasser kann die Luft speichern – die Folge: die Luftfeuchtigkeit im Zimmer steigt an. Schimmelpilze fühlen sich bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 80 Prozent so richtig wohl, dafür muss eine Wand nicht einmal sichtbar oder fühlbar feucht sein.

Ist die Außenwand eines Hauses gedämmt, wird verhindert, dass sich die Oberflächentemperatur der Innenwand besonders stark abkühlt. Sind im Zimmer also 20 Grad, draußen -10 Grad, dann kühlt sich die warme Zimmerluft nur auf rund 19,3 Grad ab. Je geringer die Abkühlung der Luft, desto weniger Feuchtigkeit sammelt sich an der Wand und desto kleiner ist auch das Schimmel-Risiko.

Fazit:

Es stimmt also nicht, dass das Schimmelrisiko bei gedämmten Häusern größer ist. Im Gegenteil! Das Risiko ist sogar geringer, weil die Wärmedämmung den Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innenwand relativ stabil hält.

Mythos 2: Wärmedämmung lohnt sich nicht!

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Viele Gegner der Wärmedämmung behaupten, dass sich die Investition in ein Energiesparhaus nicht lohnt. Als Argument führen sie an, dass die berechneten potentiellen Energieeinsparungen nie erreicht werden und damit die Mehrkosten für die Wärmedämmung in keinem Verhältnis zu den Ersparnissen bei den Energiekosten stehen.

Die Wirksamkeit einer Wärmedämmung wird von Experten anhand der Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs und dem Wärmefluss durch ein Bauteil, dem sogenannten U-Wert, erreichnet. Je kleiner die beiden Werte sind, desto besser sind die Dämmeigenschaften eines Materials.

 Um den Einfluss der Wärmedämmung auf den Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes zur bestimmen, werden sämtliche Daten wie Größe und Beschaffenheit aller Außenbauteile, Details zur Heizungsanlage und Warmwasserbereitung erfasst. Die berechneten Energiebedarfswerte werden mit dem tatsächlichen Energieverbrauch abgeglichen.

 Die Beurteilung, ob sich energiesparendes Bauen lohnt ist folglich nur schwer pauschal möglich. Nicht nur die Art und Weise wie das Energiesparhaus gebaut wird ist entscheidend, sondern auch das individuelle Verhalten der Bewohner. Jeder verbraucht unterschiedlich viel Heizwärme und Warmwasser. Deshalb können in den ersten Berechnungen hierfür nur Standardwerte angenommen werden und das ist auch der Grund dafür, dass die prognostizierten Energieeinsparungen nicht von jeder Familie, die in einem Energiesparhaus lebt, gleich gut erreicht werden können.

 Beispiel:

Ein vier Personen-Haushalt lebt in einem Flair 113 in Erfurt und fühlt sich bei einer Raumtemperatur von 20 Grad am wohlsten. Jedes Familienmitglied verbraucht am Tag ca. 40 Liter Warmwasser.

Entscheidet sich die Familie gegen eine Wärmedämmschicht für ihr Haus liegt ihr prognostizierter Verbrauch für Heizung, Warmwasser und Strom für die Wärmepumpe bei 3514 kWh/a. Baut die Familie mit einer einfachen Wärmedämmschicht von 12 cm beträgt der prognostizierte  Verbrauch 3156 kWh/a und die mögliche Einsparung liegt bei rund 16 Prozent.

Fazit:

Es kann nicht pauschal behauptet werden, dass sich die Investition in ein gedämmtes und damit energiesparendes Haus nicht lohnt. Fakt ist, ein wärmegedämmtes Haus hilft dabei weniger Heizenergie zu verbrauchen. Wie groß das finanzielle Einsparpotential tatsächlich ist, hängt einerseits vom Verhalten der Bewohner ab und andererseits von der Höhe der Energiepreise.

Außerdem geht es beim energiesparenden Bauen nicht nur darum, bares Geld zu sparen. Über 40 % des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf Gebäude. Damit haben diese auch einen großen Anteil am Verbrauch fossiler Energieträger und am CO2-Auststoß. Wer sich für den Bau eines Energiesparhauses entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und damit zum Klimaschutz. Und dieses Engagement wird auch vom Staat belohnt, zum Beispiel mit vergünstigten Baukrediten von der KfW-Bank.

Mythos 3: Gedämmte Häuser können nicht atmen und haben deshalb ein schlechtes Raumklima!

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In einem gut gedämmten Energiesparhaus ist es stickig, weil das Haus nicht atmen kann. Eine Lüftungsanlage ist deshalb ein Muss. Auch dieser Mythos hält sich hartnäckig.

Dass weder eine gedämmte noch eine ungedämmte Wand eines Hauses atmet, hat der Physiker Dr. Ing. Erwin Raisch bereits im Jahr 1928 nachgewiesen. Eine massive, verputzte Wand ist luftdicht, ein Luftaustausch im Sinne von „atmen“ findet nicht statt. Ähnlich verhält es sich mit Feuchtigkeit. Auch diese wird kaum durch die Wand aus dem Haus abtransportiert. In einer Heizperiode werden rund 1000 bis 2000 Liter Feuchtigkeit zum Beispiel durch regelmäßiges lüften nach Außen transportiert. Gerade einmal 2 Prozent entweichen über Diffusion durch die Hauswand, unabhängig davon, ob diese gedämmt ist oder nicht. Das zur Wärmedämmung verwendete Polystorol, besser bekannt als Styropor, ist genauso durchlässig wie beispielsweise weiches Holz.

Es ist im Gegenteil sogar schlecht, wenn es Stellen im Haus gibt, an denen viel Luft unkontrolliert ausströmen kann, an denen also das Haus „atmet“. Dies kann zum Beispiel an Stellen vorkommen an denen Bauteile aufeinanderstoßen, wie bei Fenstern. Sind die Fugen zu groß, geht Luft von innen nach außen und nimmt dabei viel Feuchtigkeit, aber auch Wärme mit. Abgesehen von den hohen Heizenergieverlusten, steigt damit das Schimmelrisiko. Sichtbar ist dieser Effekt besonders gut an undichten Fensterdichtungen.

Beispiel:

Ist die Gummidichtung an einem Fenster nicht mehr in Ordnung, entweicht unkontrolliert Luft aus dem geschlossenen Fenster. Wenn im Winter warme und relativ feuchte Luft nach außen strömt, kühlt sie sich ab, da die Außentemperatur meistens niedriger ist, als die Raumtemperatur. Am Fenster sammelt sich Wasser, da die warme Luft die Feuchtigkeit durch die Abkühlung nicht mehr halten kann. Es besteht ein erhöhtes Schimmelrisiko!

Fazit:

Ein Haus muss nicht atmen. Im Gegenteil! Je dichter ein Haus ist, desto geringer wird das Schimmelrisiko. Ob gedämmt oder nur verputzt, für den Luftaustausch im gesamten Haus ist regelmäßiges Lüften unabdingbar. Je feuchter die Luft in einem Zimmer ist, desto mehr muss gelüftet werden. In modernen Energiesparhäusern wird dies automatisch von Lüftungsanlagen übernommen. So herrscht nicht nur stets ein angenehmes Raumklima, sondern die Bewohner des Hauses müssen sich auch keine Sorgen über das regelmäßige Durchlüften der Zimmer machen.

 

Mythos: 4: Wärmedämmung erhöht die Brandgefahr und verschmutzt die Umwelt!

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Immer wieder gibt es Meldungen, dass Wohnhäuser abgebrandt seien und eine der Hauptursachen für die schnelle Brandentwicklung die Fassadendämmung gewesen sei. Auch wird immer wieder behauptet, dass die meisten Dämmstoffe besonders aufwendig entsorgt werden müssten und dadurch die Umwelt extrem belasten würden.

Die meisten Wärmedämmverbundsysteme bestehen aus Polysterol, das wohl besser bekannt ist als Styropor. Dieses Material hat einen schlechten Ruf. Doch die Entsorgung dieses Dämmmaterials belastet die Umwelt nicht mehr oder weniger als die Entsorgung anderer Baustoffe. Da jeder Dämmstoff aus mehreren Materialien zusammengesetzt ist, müssen diese auf speziellen Bauschutt-Deponien entsorgt werden. In den meisten Fällen wird der Müll dort verbrannt.

Leider gibt es bisher noch keinen ökologischen Dämmstoff der ein annähernd gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist und den Materialbedarf in Deutschland decken kann. Wer auf Polysterol beim Bau seines Energiesparhauses verzichten möchte, muss mit bis zu 35 % höheren Kosten rechnen. Um die Energiewende und den Klimaschutz vorantreiben zu können ist es jedoch wichtig, dass möglichst viele Menschen sich das Leben in einem Energiesparhaus leisten können.

Zwar ist Styropor brennbar, aber bei einem typischen Brandverlauf dauert es zwischen 20 und 30 Minuten bis das Material Feuer fängt. In den meisten Fällen schmilzt es, bevor es brennt. In Deutschland gibt es rund 200.000 Hausbrände pro Jahr, davon ca. 60 unter Beteiligung von Wärmedämmverbundsystemen. Eine der Hauptursachen für einen Wohnungsbrand sind defekte Elektrogeräte oder Kerzen und hierbei breitet sich der Brand von Innen nach Außen vor. Darüber hinaus werden alle Konstruktionen bei Town & Country Haus vom TÜV überprüft, auch hinsichtlich der Brandeigenschaften.

Fazit:

Auch in Bezug auf die Brennbarkeit, Umweltverträglichkeit und Entsorgung von Dämmstoffen ist kein pauschales Urteil möglich.

Mythos 5: Auf gedämmten Fassaden wachsen schneller Algen!

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Wenn Sie sich manche Hausfassaden anschauen, sehen Sie dunkle bzw. grünliche Verfärbungen. Dies sind Algen. Manche Menschen behaupten, dass Algen vor allem an Fassaden wachsen, die gedämmt sind. Das stimmt nicht.

Dass an Hausfassaden wieder vermehrt Algenwachstum festzustellen ist, hat vor allem eine Ursache: die Luftqualität hat sich in Deutschland deutlich verbessert. Eine gute Luftqualität begünstigt zusammen mit einem feuchtem Mikroklima und Pflanzenwuchs in der Nähe das Wachstum von Algen.

Dabei sind Algen an der Fassade kein gravierendes, sondern nur ein optisches Problem. Sie entstehen vor allem dann, wenn sich Feuchtigkeit durch vermehrten Regen oder Tau an der Fassade sammelt. Um Algenwachstum vorzubeugen, kann man durch einen größeren Dachüberstand die Fassade besser vor Regenwasser schützen. Ein stärkerer Deckenputz erhöht die Oberflächentemperatur der Fassade und sorgt dafür, dass Feuchtigkeit an der Außenwand schneller verdunstet.

Fazit

Algenwachstum ist kein spezielles Problem von gedämmten Häusern, sondern kann jedes Gebäude gleichermaßen betreffen. Es besteht leider noch großer Forschungsbedarf, um einen Putz zu entwickeln, der Algenwachstum verhindert und zugleich die Umwelt nicht belastet.

 

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